Ramadan in Usbekistan

Als ich Anfang Juni in Usbekistan ankam, hatte der Ramazon (wie der muslimische Fastenmonat in Usbekistan genannt wird) bereits begonnen. In Usbekistan ist es jedoch ein Monat wie jeder andere und nur wenige fasten. Es wird gegessen und getrunken, wie es einem beliebt. Das kann auch eine Flasche Vodka zum Mittagessen sein, wie ich bei drei älteren Herren beobachten konnte. (Wie man bei diesen warmen Temperaturen, noch dazu nur zu dritt am Mittag eine Flasche Vodka trinken kann, ist für mich nicht verständlich.) Dieses Verhalten hätte in einigen muslimischen Ländern Konsequenzen, aber in Usbekistan ist die das Ausleben des Islams „alltagstauglich“. Der Islam in Usbekistan sowie ganz Zentralasien ist sowieso nicht vergleichbar mit dem Islam anderer Länder. Die Zentralasiaten haben eine eigene Auslegung und der Aberglaube hat einen wichtigen Bestandteil im Alltag. So werden in Zentralasien Jahrtausende alte Bräuche, wie Beispielsweise das Verbrennen von Kräutern, um böse Geister fernzuhalten, immer noch gepflegt. Zudem ist der Tengrismus (Schamanismus) weit verbreitet.


Gedeckter "Tisch" meines ersten Iftor.

Zurück zum Ramadan. Obwohl nicht viele fasten, wird das „Iftor“ (Fastenbrechen) gerne mit Familie, Freunden und Nachbaren zelebriert. Ich hatte die Ehre bei solchen Fastenbrechen-Abendessen beizuwohnen. Meistens sind Frauen und Männer getrennt oder an einer Tischhälfte sind die Männer und an der anderen die Frauen. Es wird gewartet bis die Sonne untergangen ist, dann wird ein Gebet gesprochen. Danach kann man sich vom voll gedeckten Tisch, resp. Boden, bedienen.


In Usbekistan ist es üblich an Festen und Feiertagen oder wenn man Gäste erwartet, denn Tisch mit Snacks, Salaten und Früchten zu (über-)füllen. Aber aufgepasst, nicht jetzt schon voll essen, denn dies ist erst die Vorspeise! Danach folgen noch Hauptgang sowie Nachspeise. Wobei die Nachspeise oft nur aus frischen Früchten besteht. Der Hauptgang ist oft ein Eintopf mit Gemüse und Fleisch oder mit Hackfleisch gefüllte Spitzpaprika. Manchmal wird auch Plov, das usbekische Nationalgericht gereicht.


#ramadan #iftor #islam

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About me

Hello, I'm Marlene. I am 28 and from Switzerland. As a little girl, I was fascinated by the Silk Road and especially Uzbekistan. In summer 2017, I visited the Central Asian country for the first time and immediately fell in love with the country and its people. Unfortunately, I also noticed how unknown Uzbekistan and the whole region are and how many prejudices prevail. With my blog I want to counteract it and show the real Uzbekistan.

 

Über mich

Hallo, ich bin Marlene. Ich bin 28 und komme aus der Schweiz. Schon als kleines Mädchen faszinierten mich die Seidenstrasse und allem voran Usbekistan. Im Sommer 2017 besuchte ich das erste Mal das zentralasiatische Land und verliebte mich sofort in Land und Leute. Leider merkte ich auch wie unbekannt Usbekistan sowie die ganze Region ist und wie viele Vorurteile vorherrschen. Mit meinem Blog möchte ich dem Entgegenwirken und das Echte Usbekistan zeigen.

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